Das Facebook-Blackout

Facebook_Ausfall_Credit: Screenshot

Vor diesem Tag hat sich Mark Zuckerberg gefürchtet: In der Nacht auf den 25. September 2010 ist die Webseite von Facebook ausgefallen. Für etwa zwei Stunden war der Online-Dienst für Nutzer in Nordamerika, Europa und Südamerika einfach nicht erreichbar. Einem Mitarbeiter zufolge soll es der „schlimmste Ausfall seit vier Jahren“ gewesen sein. Repariert wurde der Fehler aber nicht durch neue Codes oder Datenbankbereinigungen, sondern laut Guardian auf ganz banale Art und Weise: einem Reboot.

Im System hatte sich eine falsche Konfiguration eingeschlichen, die anschließend alle Server-Anfragen versuchten zu korrigieren. Resultat: Der Abschnitt der Datenbank bekam hunderttausende neue Anfragen pro Sekunde, was in Folge weite Teile der Facebook-Seiten lahm legte. Die Facebook-Ingenieure sahen sich gezwungen, das zu tun, was wir zu Hause tun, wenn der Computer einfriert – den Stecker ziehen und neu starten.

Düsterer Ausblick

Der kürzliche Facebook-Blackout zeigt das große Problem von zentralen Systemen wie Facebook: Sie sind dadurch extrem anfällig für Fehler. Wenn etwa bei eMail ein Anbieter ausfällt, laufen die anderen weiter. Da Facebook aber immer mehr der Online-Kommunikation in sich aufsaugt, waren plötzlich Millionen Menschen damit konfrontiert, ihr gewohntes Tool zum Tratschen plötzlich nicht mehr verwenden zu können. Zudem muss angemerkt werden, dass immer mehr Unternehmen auf eigene Webseiten verzichten und ihre Online-Aktivitäten allein auf eine Facebook Page gelegt haben. Diese Firmen waren jetzt einige Stunden nicht mehr in der Online-Welt erreichbar.

Der Ausfall hat aber auch Webseiten außerhalb von Facebook betroffen. Etwa 350.000 Webseiten, die den „Gefällt-mir“-Knopf eingebettet haben, konnten diese Funktion einige Stunden nicht mehr anbieten und mussten statt dessen einen hässlichen schwarzen Schriftzug, der kaum zu lesen war (unvollständig dargestellt), anzeigen. Auch Webseiten, die auf Facebook Connect bzw. „Login with Facebook“ setzen, damit sich die Nutzer anmelden können (von eMusic bis Scribd), sind von einem solchen Fehler betroffen.

Mahnmal Friendster

Zuckerberg fürchtet solche Blackouts vor allem deswegen, weil er die Geschichte des frühen Online-Netzwerks Friendster gut kennt. Dieses konnte sich langfristig vor allem deswegen nicht durchsetzen, weil es immer wieder zu Ausfällen oder einer sehr langsamen Darstellung der Webseite kam, was die Nutzer verärgerte und zu MySpace wechseln ließ.

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